Ernst von Malortie

 

Der Oberhofmarschall Ernst von Malortie ( 15.11.1804 - 11.10.1887 ), der im Dienste des Königs Georg V  von Hannover stand, hat mehrere Bücher geschrieben, die das Zeremoniell am Hofe beschreiben.

Diese sind für viele Hofmarschalle an verschiedenen europäischen Höfen ein wichtiger Ratgeber geworden,Mallortie hat in den Archiven des hannoverschen Königshauses viele Aufzeichnungen ans Tageslicht gebracht, die er in mehreren Bänden veröffentlichte.

Die Universität Göttingen ernannte Ernst von Mallortie für diese Arbeit zum Dr. Phil. 

 

Ernst von Malortie

 

,In seinem Buch „ das Menü“ ( 1887) , schildert von Mallortie  die Speisenfolge  ( Küchenzettel ) zu Ehren der Trauung des damals 19 jährigen Kurfürsten Joachim von Brandenburg mit der 17 jährigen Magdalena von Sachsen, die Feierlichkeiten fanden im Schloss zu Dresden am 6 November 1524 statt.

 

Dieser „ Küchenzettel“ ist keine Menükarte, sondern eine wahrscheinlich nachträgliche Auflistung der verzehrten Speisen.

 

 

Die ganze Hofhaltung, so auch das Küchenpersonal waren angewiesen, so sparsam wie möglich mit Material wie Kerzen, Brennholz und natürlich auch Lebensmitteln umzugehen, so das über alles was man verbrauchte Buch geführt werden musste, daher sind Feierlichkeiten an verschiedenen Fürstenhöfen bis ins kleinste Detail dokumentiert.

 

Nach aller Wahrscheinlichkeit hat ein Hofangestellter die aufgetragenen Speisen angesagt, ein Menü wie wir es heutzutage kennen, d.h. einzeln zubereitete Speisen die nacheinander eingesetzt werden, war damals nicht üblich.

 

 Die Gäste nahmen an großen Tafeln Platz. Mehrere Schüsseln, Platten usw. wurden   eingesetzt . Alle Gäste bedienten sich aus diesen Behältnissen.

 

Das Leergut räumte man ab und aus der Küche wurden wieder eine Vielzahl von Platten und Schüsseln mit zubereiteten Lebensmitteln zum Gästetisch getragen, diese Anlieferung von Speisen wurde eine Tracht genannt.

Außer Messer und Löffel waren Gabeln noch weitgehend unbekannt, gegessen wurde mit den Fingern, da es uns bekannte Serviette noch nicht gab,man reichte den Gästen Schalen mit parfümiertem Wasser, um sich die Hände zu reinigen.

 Auf vielen Darstellungen aus dem 15. bis 18. Jh. sieht man oft Hunde, die währenddes Gastmahls nicht ohne Grund herumlaufen. Ab und zu viel ein Knochen ab, jedoch hauptsächlich waren diese Tiere als lebende Servietten gedacht.

Veröffentlichungen Malortie:

Der Hofmarschall, 1842

Der Hannoversche Hof unter dem Kurfürsten Ernst August und der Kurfürstin Sophie, 1847

Die Verwaltung herrschaftlicher Bauten und Gärten - 1853

Beiträge zur Geschichte des Braunschweig-Lüneburgischen Hauses und Hofes 1860

König Ernst August 1861

Hannoverscher Geschichtskalender 1878

Das Menü 1879

Feine Küche 1879

 

 

 

 

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