Die Römer

Durch archäologische Funde hat man nachweisen können, dass Grabbeigaben für Fürsten oder angesehene Personen, außer Schmuck und Waffen auch oft eine Vielzahl von verschiedenen Lebensmitteln und Getränken als Verpflegung für die Reise in die Ewigkeit beigelegt worden sind.

Welche Lebensmittel als Grabbeigaben mitgegeben wurden sind kann man anhand der Tierknochen, Samen und anderen Rückständen mehr oder weniger rekonstruieren.

Die Zubereitungsarten sind ausser eventueller beiläufiger Notizen von damaligen Zeitzeugen, z.B. Griechen, Ägyptern und Römern, kaum nachvollziehbar, da die Schrift noch nicht überall gebräuchlich war und wenn, nur für eine kleine Schicht der damaligen Bevölkerung zugänglich war, z.B. dem Adel und demr Klerus.

Die meisten Rezepte wurden durch Mund- zu Mundüberlieferung erhalten und dann irgendwann auf Schriftrollen für die Nachwelt aufgeschrieben. Eines der ersten Kochbücher war das des Römers Marcus Caelius Gavius Apicius, der eine Rezeptsammlung in ein Buch brachte, das bis ins 1900 Jh. noch nachgedruckt wurde.

Apicius

Bei Ausgrabungen u.a. in Pompei hat man Räume gefunden, die wir als Schnellimbiss beschreiben würden. Man konnte auf der Strasse fertig zubereitete, und für den Verzehr geeignete Speisen bekommen, die auf kleinen Bänken auch vor Ort verzehrt werden konnten. Ein beliebtes Gericht war z.B. Erbsenbrei.

Die Köche waren fast alle Sklaven, die das Kochhandwerk unter römischen Aufsehern bzw. Ladeneigentümern ausübten.Diese Sklaven waren zudem beauftragt mit Lebensmitteln hausieren zu gehen.

Viele dieser Garküchen fand man in der Nähe von Tempeln, wo Opfertiere anschließend zum Verzehr angeboten wurden.

Auch in der Nähe von Arenen fand man diese Imbissbuden, wo Tiere, die in der Arena verendet waren, ihre letzte Bestimmung als Nahrung des hungrigen römischen Publikums fanden.

Auch landete ab und zu ein Gladiator, der die Arena nicht lebend verlassen hat  im Kochtopf. Ein entsetzter Zeitzeuge fand in seinem Eintopf menschliche Handknochen.

Auf öffentlichen Plätzen konnte man Männer finden, die das Kochen als Handwerk betrieben. Zahlungskräftige Kunden konnten mit ihnen Verträge abschließen, sodass diese Köche sich mit Sklaven, Kochtöpfen und alles was man so braucht in Bewegung setzten, um bei ihren neu erworbenen Kunden ein Festmahl auszurichten.

Manche dieser Köche waren so begabt im Ausrichten von Festmahlzeiten, die meistens zu Ehren einer Gottheit stattfanden und wo Geld in der Regel keine Rolle spielte, (manches Festessen würde nach unserer Währung einige hunderttausend Euro gekostet haben), sodass diese kulinarischen Handwerker es selber auch zu grossem Reichtum brachten.

Überliefert ist die Geschichte eines Römers, der seine Gäste mit echten Perlen fütterte, die vorher in Essig aufgelöst wurden.

Ein römischer Soldat musste im Gegensatz dazu mit ca. 800 Gramm Korn als Tagesration die Verteidigung des Reiches sicherstellen.

Bekannt ist auch, dass römische Soldaten bevor sie in die Schlacht zogen, wenig bis gar nichts zu essen bekamen, damit sie durch Hunger getrieben, die allerletzten Reserven mobilisierten um den Sieg davon zu tragen.

Plünderung, und damit genügend Essen und Trinken war oft auch als Belohnung für eine gewonnene Schlacht ein Grund, um sein Leben aufs Spiel zu setzen.

Im Gegensatz zu der herrschenden Klasse, war es für die normale Bevölkerung bis ins 1900 Jh. wie Bauern, Handwerkern, usw. auch nicht notwendig Notizen vom Essen zu nehmen, da es oft gar nichts, wenig, oder fast immer das Gleiche zu essen gab.

Meistens bestand ein Essen aus einem Brei oder Brühe von zufällig vorhandenen Zutaten.

Nach unseren Verhältnissen war die Lebensmittelauswahl ziemlich begrenzt, da es z.B. noch keine Kartoffel gab. Die kamen erst mit Christopher Columbus  1493 nach Europa, sowie viele andere, heutzutage bekannte Lebensmittel u.a. auch der aus der heutigen Küche nicht mehr wegzudenkenden Tomate, waren bis ca. 1500 bei uns nicht bekannt !

Im römischen Reich kamen viele exotische Gerichte aus den besetzten Kolonien wie Ägypten usw. ,nach Apicius hat ein Kaiser Namens „Heliogabalo“  bei einem Gelage 6000 Straußenköpfe aufgetischt.

Wie ein Speisezettel im alten Rom  aussehen konnte, versuchte Robert Stutzenbacher in seinem Buch „ das Diner“ aus 1893 darzustellen.

 

  

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